02/08/2017

Eine von Paul Wolff massgeschneiderte Konsole und ein Surround-Sound-Setup von Amphion sind das Kernstück der Schweiger Studios in Berlin

Gregor Schweiger hatte sich an der Universität für „irgendwas mit Ingenieur“ eingeschrieben, um seinen Eltern einen Gefallen zu tun. Zum selben Zeitpunkt ist er einer Hardcore-Band beigetreten. Allerdings merkte er nur wenige Jahre später, dass es ihn glücklicher machte, hinter dem Mischpult zu stehen, als selbst zu spielen. Also beschloss er, seinen Fokus im Studium auf die Tontechnik zu legen und suchte sich ein Praktikum in der Berliner Philharmonie.

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Anfang 2017 erfüllte sich Gregor nun einen Traum und eröffnete die Schweiger Studios in Berlin-Tegel. Bis auf die Aussenwände existierte nichts. Gregor stand vor leeren Räumen und sah in ihnen die Möglichkeit, alles genau so zu gestalten, wie er es wollte: einen 55 Quadratmeter grossen Aufnahmeraum, zwei isolierte Gesangskabinen und eine 28 Quadratmeter grosse Regie. Die wahren Stars des Studios sind jedoch der Steinway D Flügel und eine voll-analoge Fix Audio Designs Konsole, designt von Paul Wolff und weltweit die erste ihrer Art.

Die Konsole basiert auf 500er Modulen mit zwei 500-Slots pro Kanal. Aktuell wird die Konsole unter anderem mit Modulen von CAPI, Electrodyne/Pete's Place Audio, Great River, Tonelux, IGS Audio, WesAudio, Lipinski und Retro Instruments gesteuert. Das Siderack ist mit den Vorverstärkern von Pueblo Audio, BAE, Electrodyne, Gyraf, Tonelux, CAPI, Chandler und den Effektfunktionen von Bricasti und Eventide ausgestattet. Gregors Mastering Chain besteht aus 3 Komponenten: einem Gyraf EQ, einem Gyraf Kompressor und einem Foote Control Mastering Compressor. Nuendo 7 und eine Auswahl an Plugins wie etwa von Brainworx, Slate, Flux, McDSP, Universal Audio, Melodyne sind mit einem Slate Digital Raven MTi2 Touch Controller verbunden. Das AD/DA unterliegt zwei Merging Technologies Horus Interfaces. 

Das Monitoring in den Schweiger Studios basiert ausschliesslich auf Amphion Studiolautsprechern, die für hochwertigen Surround Sound optimiert sind. Drei Two18-Studiolautsprecher stehen vorne – links, rechts und center. Die seitlichen wurden mit dem BaseOne25 System erweitert. Ein Paar Amphion One18 ist an der hinteren Seite als Surround Links und Surround Rechts montiert.

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Gregor hatte vor seinem Studiobau noch nie etwas von Amphion gehört – bis sein Verkäufer anfing, ihm von der Marke vorzuschwärmen und ihm empfahl, die Lautsprecher in einem anderen Berliner Studio zu testen. „Nachdem ich einige meiner eigenen Mixes gehört hatte, war ich verliebt. ‚Ich will sie haben!‘ war meine erste Reaktion“, erinnert sich Gregor. Zum ersten Mal in seinem eigenen Studio erlebte er den Klang im Herbst 2016. „Ich hatte sonst noch nichts installiert, nur einen Vorverstärker, ein Laptop und die Amphions. Die erste Platte, die ich spielte, war Springsteens ‚Born To Run‘… ich war sprachlos. Ich war hin und weg, noch bevor der erste Chorus zu ‚Thunder Road‘ losging“, so Schweiger. 

„Ich musste früher jeden Mix doppelt und dreifach checken, auf unterschiedlichen Lautsprechern, über verschiedene Lautsprecher spielen, in anderen Studios, zu Hause, im Auto, auf dem Smartphone, wirklich überall. Das habe ich jetzt schon ziemlich lange nicht mehr tun müssen“, erzählt Gregor. „Meine Arbeit geht jetzt schneller, es ist mit wesentlich weniger Aufwand und Zeit verbunden, den Sound zu erzielen, den ich haben will. Ich kann meinen Amphions da voll und ganz vertrauen. Die Lautsprecher sind das Tool, auf das ich am meisten vertraue, mehr als auf jedes andere Gerät im Studio.“ Gregor betont, dass das Mischpult gemeinsam mit den Amphion Lautsprechern den Sound des Studios ausmachen, ihm seine Handschrift verleihen.

Gregor hatte das grosse Glück, einen leeren Raum zu haben, nicht durch bereits vorhandene Wände begrenzt, und bis zur Perfektion selbst gestalten konnte, von der Akustik im Live Room, über die Regie, bis hin zum Aufenthaltsbereich für die Artists. Dieses letzte Feature ist für den Tonmeister genauso wichtig, wie das technische Setup. „Da ich selbst Musiker bin, weiss ich, dass eine Aufnahme sowohl pure Freude als auch krampfhaft und stressig sein kann. In meinem Studio hatte ich deshalb das Bedürfnis eine Art Komfortzone für die Künstler und Künstlerinnen zu schaffen“, sagt Gregor über seine Motivation. Der Ansatz, auch über die technische Betreuung eine Beziehung zu den Künstlern aufzubauen, zieht sich durch das gesamte Studio. „Die Art und Weise, wie man den Menschen auf zwischenmenschlicher Ebene begegnet, sich mit ihrer Kunst auseinandersetzt, das ist nach wie vor das Wichtigste. Nachhaltige Kommunikation kann nur dann entstehen, wenn beide Seiten Ideen austauschen und aufeinander eingehen“, fügt Gregor hinzu.

Vom Hardcore-Gitarristen zum Tonmeister in die Regie der Berliner Philharmonie in acht Jahren – Gregors beeindruckende Bandbreite ist unschwer zu erkennen. Das Studio ist zwar erst seit April geöffnet, doch auch hier zieht sich sein vielfältiges Können wie ein roter Faden durch: „Im April haben wir gleich mit der Aufnahme einer Indie Band begonnen. Danach folgte eine klassische Pianoaufnahme, eine Hardcore-Band, und dann wieder Klavier. Als nächstes folgt ein Jazz Trio, und aktuell sitze ich an einem Mix für eine Rock-Band“, erzählt Gregor. Und um Neugierigen und Soundliebhabern einen Einblick zu gewähren, veranstaltet er einmal monatlich Live-Konzerte, die an jedem letzten Donnerstag in intimer Atmosphäre stattfinden. Sie werden live auf Facebook und Instagram übertragen, am meisten lohnt es sich jedoch, einmal selbst vorbeizuschauen. Denn auch live bieten die Schweiger Studios jeden Monat ein anderes Genre. 

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